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Andere Glücksspiele

Die traditionellen Kasinospiele wie Roulette und Kartenspiele (z.B. Black Jack, Poker) gehören zum Angebot des „großen Spiels“ der Spielbanken. Quizfernsehen (Call-In-Sendungen wie Gewinnhotlines) und Börsenspekulationen gehören im engeren Sinne nicht zu den Glücksspielen. Sie besitzen aber viele ähnliche Eigenschaften und vor allem ein hohes Suchtpotenzial zum „Zocken“ um Geld.

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„Großes Spiel“ in Spielbanken (Roulette, Karten- oder Würfelspiele)

Spielbanken

Das „große Spiel“ in Spielbanken umweht oft ein Hauch von Exklusivität und Reichtum. Diese Traumwelt täuscht jedoch darüber hinweg, dass viele Spielerinnen und Spieler an den Roulette- und Kartentischen ein handfestes Problem mit Glücksspiel haben.


„Spielrausch“ und Kontrollverlust beim Roulette

Roulette ist ein weltweit bekanntes traditionelles Kasino-Glückspiel. Das Prinzip ist einfach. Das einzusetzende Geld wird in Jetons umgetauscht und anschließend auf bestimmte Zahlen (0-36) oder Farben (rot oder schwarz) von Zahlen gesetzt.

Rien ne va plus – Das Rad dreht sich

Der Mindesteinsatz beim Roulette liegt zwischen 1 und 20€ und der Höchsteinsatz zwischen 7.000 und 21.000. Anschließend wird eine kleine Kugel in den rotierenden Kessel, der alles Zahlen des Spielfeldes aufweist, geworfen und der zufällige Lauf der Kugel bestimmt nach Halt die Zahl oder die Farbe. Wird die richtige Zahl oder Farbe erzielt, verdoppelt oder vervielfacht sich der Einsatz. 

Die Verführung der Spielhalle

Roulette ist ein Glückspiel und hat ein hohes Suchtpotential. Der Glaube, dass mit bestimmten Spielsystemen die Gewinnchancen steigen, verführt viele Spielwillige. Durch die hohe Spielabfolge, der aktiven Einbeziehung der Spielerin und des Spielers durch Benutzen von Spielstrategien und dem Einsatz von „Spielgeld“ (Jetons) sowie der Atmosphäre in Spielbanken, wird der Spielanreiz zudem verstärkt.


Schnelle Spielabfolge erhöht Risiko beim Kartenspiel

Poker

In den vergangenen Jahren hat das Pokerspiel zunehmend an Reiz gewonnen und das nicht nur online. Insbesondere das Fernsehen mit zahlreichen Prominenten zelebriert das Glückspiel. Obwohl Poker an Popularität gewonnen hat, kann das Spielen zum großen Problem werden. Poker wird nicht mehr nur in Spielbanken angeboten und beworben, sondern auch illegal. Es gibt eine Vielzahl an Varianten, wie das Poker gespielt werden kann.

Das schnelle Geld

Poker wird mit 52 Karten gespielt. Die Spieler oder Spielerinnen setzen, ohne das gegnerische Blatt zu kennen, ihren Einsatz. Das können Geld, Jetons, Chips oder Spielmarken sein, die dann in einem „Pot“ gesammelt werden. Ziel ist es, möglichst viele Chips oder Geld von den Gegnern zu erhalten. Poker ist ein Glückspiel, das allerdings zunehmend als Kompetenzspiel verstanden wird. Dies wird durch die schnelle Abfolge mehrerer Spielrunden, die zu immer riskanteren Spieleinsätzen verführen, verstärkt.

Einsätze steigern Abhängigkeit

Die Aussicht auf das schnelle Geld ist beim Poker besonders groß. Trotz niedriger Einsätze können auch hier Gewinne innerhalb kurzer Zeit besonders hohe Verluste entstehen. Vor allem die einfachen Regeln suggerieren Anfängern oft, dass es einfach ist, einen Gewinn zu erzielen.

Wenig Können, viel Zufall

Viele Spielerinnen und Spieler überschätzen zudem ihre Spielfertigkeiten, was oft dazu führt, dass sie auch angesichts eines katastrophalen Zwischenergebnisses immer weiterspielen, um das Spiel durch ihr "Können" wieder zu drehen. Poker ist jedoch zum großen Teil vom Zufall abhängig, weswegen der Spielausgang nicht vorherzusagen ist. 

Black Jack

Black Jack ist ein sehr beliebtes Kartenspiel, das oft in Spielbanken angeboten wird. Ziel des Spiels ist es, mit zwei oder mehr Karten näher an 21 Punkte heranzukommen als der Mitarbeiter Spielbank. Wer den Wert von 21 überschreitet, hat verloren. Spieler und Spielerinnen treten gegen die Spielbank an und machen ihre Einsätze. Das Spielergebnis ist nur bedingt durch die Spielfähigkeiten beeinflussbar. Da viele Spielrunden aufeinander folgen, sind hohe Geldverluste möglich. Zudem steigern die schnelle Spielabfolge sowie der direkte Erhalt des Gewinns die Suchtgefahr. Aber auch die Atmosphäre der Spielbanken, mit ihrem Einsatz von „Spielgeld“ (Jetons) übt einen zusätzlichen Reiz aus, der das Suchtpotential steigert. 


Würfelspiele

Auch die Würfelspiele in Spielbanken weisen durch ihre schnelle Spielabfolge ein besonderes Risiko auf. Da Spielentscheidungen oft in wenigen Sekunden gefällt werden müssen, besteht das Risiko, unüberlegt zu spielen und zu verlieren. Gerade wegen des eingesetzten Geldes sind Spielende deshalb dauerhafter Anspannung ausgesetzt, sodass sie sich nur schwer wieder vom Spiel losreißen können. Steigen die Verluste an, reagieren viele Spielerinnen und Spieler mit Panik und versuchen, durch riskanteres Spiel wieder in die Gewinnzone zu kommen, was das Problem in der Regel weiter verschärft.  Hierbei bestimmt auch der Zufall und nicht das Können das Glücksspiel.

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Quizfernsehen (Call-In-Sendungen und Gewinnhotlines)

Quizfernsehen

Auch wenn ihr Angebot mittlerweile stark abgenommen hat, gehören Quizfernsehsendungen oder Gewinnhotlines für viele Menschen in Deutschland zum Fernsehalltag dazu. Vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sie zudem sehr hohe Telefonrechnungen beschert.


Einfache Lösung täuscht schnellen Gewinn vor

Das finanzielle Risiko solcher Glücksspielformate liegt vor allem darin begründet, dass eine Teilnahme so verlockend einfach scheint: Da die Rätsel sehr leicht zu lösen sind, greifen viele schnell zum Telefon, um einen schönen Geldgewinn „abzukassieren“.


Kein „Durchkommen“ erhöht Telefonrechnung

Die Chancen, ins Studio durchgestellt zu werden, sind verschwindend gering. Häufig dauert es sogar mehrere Stunden, bis der Preis endlich vergeben wird. Viele Leute geben trotzdem die Hoffnung nicht auf und „investieren“ wieder und wieder 50 Cent (oder mehr) in einen Anruf und häufen so hohe Telefonrechnungen an.


Optische und akustische Gewinnreize täuschen „letzte Chance“ vor

Die Moderatoren lassen sich indes einiges einfallen, um das Publikum zum Anrufen zu bewegen. Es wird gelockt, geschimpft, gebettelt und wenn das alles nichts zu helfen scheint, wird der Gewinn um noch eine Stufe erhöht. Zudem wird den Zuschauerinnen und Zuschauern mit immer neuen Countdowns, Einblendungen der Uhrzeit und blinkenden Lichtern und Sirenen der Eindruck vermittelt, dass sie spätestens jetzt anrufen müssen.

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Börsenspekulation (Day-Trading / Intraday-Trading)

Börsenspekulation

Obwohl kurzfristige Börsenspekulationen landläufig nicht als Glücksspiel betrachtet werden, sind sie dem Spielen am Roulettetisch oder Geldspielautomaten ähnlicher, als sich viele Spekulantinnen und Spekulanten eingestehen würden.


Wenig Können, viel Zufall

Kurzfristige Kurstrends an der New Yorker Börse hängen im Gegensatz zur langfristigen Entwicklung weitgehend vom Zufall ab und können somit nicht vorhergesagt werden – Börsenspekulierende tippen also ins Dunkle hinein.


Finanzieller Ruin bei herben Verlusten

Da es bei Börsenspekulationen oft um viel Geld geht, liegen große Gewinne und herbe Verluste bis zum finanziellen Ruin oft eng zusammen. Dieser schmale Grat sorgt für Anspannung wie beim Extremsport und kann schnell suchttypische Erscheinungen hervorrufen.


Panik steigert Risiko

Auf der Suche nach einem immer größeren Nervenkitzel neigen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu, ausgedehnter und riskanter zu spekulieren. Auf die kaum zu vermeidenden Verluste reagieren sie zudem oft panisch und versuchen, die bisherigen Verluste durch riskante Transaktionen wieder auszugleichen. Diese Aufholjagd ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Börsenspekulierende dieselben Probleme haben, wie Glücksspielerinnen und Glücksspieler und führt in der Regel zu immer höheren Verlusten bis hin zum Ruin.

Verantwortungsvoll spielen
Bewältigung von Spielproblemen