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Spielersperre

Verschlossene Tür als Symbol für eine Selbstsperre oder Fremdsperre, welche den Zugang zu gewissen Glücksspielarten verhindern

Selbstsperre und Fremdsperre

Seit 01.07.2012 gilt in Deutschland der 1. Glücksspieländerungsstaatsvertrag (1. GlüÄndStV), dessen wesentliches Ziel es ist, Glücksspielteilnehmende besser vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen. Selbst- oder Fremdsperren ermöglichen es, sich für bestimmte Glückspiele sperren zu lassen und das Spielsuchtproblem kontrollieren zu können.


Selbstsperre

Eine Selbstsperre ist bundesweit gültig, unbefristet und läuft mindestens für ein Jahr. Ein Antrag auf diese Form der Spielersperre ist persönlich bei einer bei einer Lotto-Annahmestelle, der Rezeption einer Spielbank oder einer Zentrale der Lottogesellschaften zu stellen. Eine Entsperrung kann bei der Selbstsperre nur mit aussagekräftigen Dokumenten, die eine längere Glücksspielabstinenz bezeugen, (z.B. durch ein richterliches Gutachten) erwirkt werden.


Fremdsperre

Liegt eine Glücksspielsucht oder Überschuldung mit existenziellen Auswirkungen auf die Familie vor, können Angehörige oder andere eine Fremdsperre beantragen. Eine Notwendigkeit für die Sperre muss z.B. über aussagekräftige Kontoauszüge etc., nachgewiesen werden. Nach der Antragstellung beim Glücksspielanbieter entscheidet dieser, ob die betroffene Person von den Glücksspielen ausgeschlossen wird. Dabei werden die Betroffenen zur einer Stellungnahme vom Glücksspielanbieter aufgefordert. Die jeweiligen Anträge können Sie sich bei der Lottogesellschaft Ihres Bundeslandes herunterladen.


Sperrung in gewerblichen Spielhallen

Für die gewerblichen Spielhallen gelten in den Bundesländern unterschiedlichen Regelungen (Stand Oktober 2015). Hinsichtlich der Spielersperre in Spielhallen ist in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bereits ein zentrales Sperrsystem eingerichtet worden oder es soll noch eingerichtet werden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

In manchen Bundesländern besteht nur die Möglichkeit, sich in einzelnen Spielhallen sperren zu lassen. In anderen Bundesländern besteht gar kein Rechtsanspruch auf eine Spielersperre (z.B. Bayern). Hier ist man auf die Mithilfe der einzelnen Betreiber angewiesen. Es kann nur ein selbsterteiltes Hausverbot bzw. eine freiwillige Selbstsperre angestrebt werden, die einzeln in jeder Spielhalle gestellt werden müssen.

Folgendes Formular kann hierbei unterstützend sein:

Beispielantrag herunterladen


Sperrung für Online-Glücksspiele

Bei staatlichen Glücksspielangeboten und den konzessionierten Angeboten für Online-Glücksspiel und Online -Sportwetten (ausschließlich in Schleswig-Holstein) gilt die Spielersperre auch im Internet. Nicht konzessionierte Casino- und Sportwett-Anbieter im Internet sind nicht dazu verpflichtet für Betroffene die Möglichkeit einer Spielersperre vorzuhalten.

Nutzerinnen und Nutzer dieser Angebote, können sich über diverse Computerprogramme, die auf dem eignen PC installiert werden müssen,  eigenständig den Zugang zu diesen Webseiten sperren.


Sperrung im Ausland

Für viele Spielerinnen und Spieler, die in deutschen Grenzgebieten wohnen ist die Verlockung im Ausland zu spielen groß. Vor allem wenn eine Spielersperre im eigenen Land vorliegt oder die Glücksspielanbieter im Ausland mit attraktiven Angeboten locken. Auch im Ausland ist es möglich sich für Glücksspielangebote sperren zu lassen. Auskünfte dazu geben folgende Behörden:

Niederlande:
Holland Casino Valkenburg
Postbus 807
6300 AV Valkenburg aan de Geul

Luxemburg:
anonym glécksspiller a.s.b.l.
1a, rue Christophe Plantin
L-2339 Luxembourg
Tel : (+352) 26 48 00 38

Österreich:
Casinos Austria AG
Responsible Gaming
Rennweg 44
1030 Wien

Schweiz:
Sozialbeirat Schweizer Spielbanken
c/o Swiss Casinos
Albisriederstrasse 164
Postfach 1263
8040 Zürich

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