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Häufige Fragen

Die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Glücksspiel haben wir hier zusammengestellt – übersichtlich und kompakt.

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FAQs Check dein Spiel

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  • 1. Was ist Glücksspielsucht?

    Glücksspielsucht beschreibt ein Glücksspielverhalten, das zu deutlichen Problemen für den Spielenden und sehr häufig auch für sein persönliches Umfeld führt.
    Betroffene merken oft erst, dass es ein Problem gibt, wenn sie die Kontrolle über die Häufigkeit des Spielens oder die Höhe der Einsätze beim Spielen verloren haben. Viele schämen sich dann dafür und verheimlichen, dass sie spielen.
    Die Glücksspielsucht wird als eine Krankheit angesehen, die erfolgreich behandelt werden kann. Für Betroffene aber auch deren Angehörige stehen verschiedene Hilfeangebote zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Beratungsstellen, Kliniken und Selbsthilfegruppen. Mehr zu Hilfeangeboten für Betroffene findest Sie unter Frage 8 und für Angehörige unter Frage 12.

  • 2. Warum können Glücksspiele süchtig machen?

    Ob eine Person süchtig nach dem Glücksspielen wird oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere bestimmte Eigenschaften der spielenden Person sowie die Lebensumstände der Spielerin oder des Spielers. So entwickeln Personen schneller ein süchtiges Spielverhalten, wenn es in der Familie schon Suchtprobleme gab. Die Suchtgefahr ist auch erhöht, wenn Glücksspiele als Ablenkung von Problemen oder Konflikten genutzt werden, ständig verfügbar sind oder gespielt werden, um Verluste wieder einzuholen.
    Aber auch bestimmte Eigenschaften der Glücksspiele erhöhen die Suchtgefahr. Mehr hierzu finde Sie unter Frage 15.
    Hinweise zum verantwortungsvollen Spielen

     

  • 3. Wie entsteht eine Glückspielsucht?

    Am Anfang macht das Spielen noch Spaß. Zu gewinnen fühlt sich gut an. Dieses Gefühl möchten viele immer wieder erleben. Verluste werden meist ausgeblendet – der nächste Gewinn ist viel wichtiger.
    Die Einsätze steigen, das Risiko auch. Es wird immer öfter und immer länger gespielt. Dadurch steigen die Verluste. Viele spielen weiter, um Verlorenes zurück zu gewinnen. Viele Spielende werden unruhig und wütend, wenn sie verlieren. Ein Teufelskreis entsteht. Und dann wird das Glücksspiel zur Sucht. Das ganze Leben dreht sich um das Spielen. Auf dieser Stufe können Spielerinnen und Spieler nicht einfach aufhören. Sie spielen zwanghaft, bis sie kein Geld mehr bei sich haben. Haus, Hof und Vertrauen: alles verspielt. Viele leiden unter Ängsten, Unruhe und Schlafstörungen. Einige trinken auch mehr Alkohol als früher oder konsumieren andere Drogen. Spätestens jetzt ist Hilfe von außen notwendig. Mehr hierzu finde Sie unter Frage 8.

  • 4. Wie erkenne ich eine Glücksspielsucht?

    Haben Sie den Eindruck, die Kontrolle über das Spielen zu verlieren? Können Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen für sich mit ja beantworten? Dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Spielverhalten nicht mehr unbedenklich ist und Sie sich unterstützen lassen sollten.

     

    • Setzen Sie beim Glücksspiel mehr Geld ein, als Sie sich leisten können?
    • Steigern Sie den Einsatz, um den gewünschten „Nervenkitzel“ zu erreichen?
    • Haben Sie schon versucht, weniger zu spielen, aber es hat nicht geklappt?
    • Werden Sie unruhig und gereizt, wenn Sie nicht spielen können?
    • Spielen Sie, um mit unangenehmen Gefühlen wie Angst oder Traurigkeit umgehen zu können?
    • Sind Sie schon kritisiert worden, weil Sie so viel spielen?
    • Fühlen Sie sich schuldig, weil Sie mit dem Spielen nicht aufhören und viel Geld verlieren?
    • Spielen Sie weiter, um verlorenes Geld zurückzuholen?
    • Haben Sie sich Geld geliehen, um weiter zu spielen?
    • Haben Sie andere Personen um Geld gebeten, um Ihre Spielschulden zu bezahlen?
    • Haben Sie schon einmal über die Häufigkeit des Spielens jemanden angelogen, der/die Ihnen eigentlich nahesteht?


    Sie können auch den Selbsttest auf Check dein Spiel nutzen, um eine Einschätzung zu Ihrem Glücksspielverhalten zu bekommen. Mehr Informationen zur Entstehung einer Glücksspielsucht finden Sie unter Frage 3 und zu Hilfeangeboten unter Frage 8.

     

  • 5. Wie erkenne ich eine Glücksspielsucht bei einem Angehörigen?

    Wenn Sie als Angehöriger eine oder mehrere der folgenden Fragen mit ja beantworten, ist das ein Hinweis darauf, dass Ihr/e Angehörige/r Probleme mit Glücksspielen hat.

    • Zieht sich Ihr/e Angehörige/r aufgrund des Glücksspiels immer mehr zurück und Sie verbringen immer weniger Zeit zusammen?
    • Fehlt ständig Geld für wichtige Zahlungen oder Anschaffungen?
    • Gibt es häufig Streit wegen der finanziellen Probleme?
    • Lügt Ihr/e Angehörige/r Sie an oder hält versprechen nicht ein? Kommen Sie gar nicht mehr richtig an Ihn/Sie heran?

    Zögern Sie nicht, das Gespräch mit der/dem Betroffenen zu suchen und sich auch selbst Unterstützung zu suchen. Bleiben Sie bei Gesprächen mit der/dem Betroffenen in der Ich-Form. Machen Sie keine Vorwürfe, sondern beschreiben Sie Ihre Wahrnehmung und Ihre Gefühle. Lesen Sie hier weitere Hinweise zum Umgang mit Angehörigen mit einer Spielsucht.

    Mehr zur Entstehung einer Glücksspielsucht finden Sie unter Frage 3 und zu Hilfeangeboten für Angehörige unter Frage 12.

     

  • 6. Kann ein/e Glücksspielsüchtige/r kontrolliert spielen?

    Ein „kontrolliertes Spielen“ wird nicht empfohlen, wenn es schon einmal Probleme mit dem Glückspiel gab. Das Glücksspiel wird unter anderem dann zur Sucht, wenn der oder die Spielende nicht mehr unter Kontrolle hat wie lange, wie oft oder mit welchen Einsätzen er oder sie spielt und sich das ganze Leben nur noch ums Spielen dreht (mehr dazu finden Sie unter Frage 3 und Frage 4). Daher ist für den Ausstieg ganz wichtig, dass der/die Betroffene wieder Abstand gewinnen kann und er/sie sich wieder anderen Themen widmet. „Kontrolliertes Spielen“ führt hingegen sehr häufig zu einem erneuten Kontrollverlust und damit zu noch größeren Schäden für Betroffene und Angehörige.

  • 7. Wie viele Menschen sind von Glücksspielsucht betroffen?

    Laut Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen etwa 500.000 Menschen in Deutschland ein problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten.

  • 8. Wo gibt es Hilfe? Welche Behandlungsangebote gibt es?

    BZgA-Beratungstelefon: 0800-1 37 27 00: Kostenlose und anonyme Beratung sowie Informationen rund um das Thema Glücksspielsucht. Montag – Donnerstag 10 – 22 Uhr, Freitag – Sonntag 10 – 18 Uhr
    Beratungsstellen: Spieler- und Suchtberatungsstellen helfen Glücksspielsüchtigen und ihren Angehörigen – kostenlos, persönlich und auf Wunsch auch anonym. Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter:  www.check-dein-spiel.de/hilfe/hilfe-vor-ort/ und www.bzga.de.

    Fachkliniken: Glücksspielsüchtige können sich in einer Fachklinik stationär behandeln lassen. Die Beratungsstellen helfen Ihnen bei der Suche nach einem Therapieplatz und bei der Klärung der Kostenübernahme durch Ihren Sozialversicherungsträger. Ein Verzeichnis der Kliniken gibt es unter www.check-dein-spiel.de.
    Ihr Hausarzt kann Sie dabei unterstützen eine Behandlung in einer Fachklinik zu beantragen. Auch eine Psychotherapie bei einem Facharzt für Psychotherapie oder einem Psychologischen Psychotherapeuten kann hilfreich sein.

    In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Sie tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig. Oft gibt es auch Selbsthilfegruppen für Partnerinnen und Partner sowie Kinder von Spielsüchtigen. Ein Verzeichnis der Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.check-dein-spiel.de/hilfe/hilfe-vor-ort/.

    E-Mail-Beratung und Online- Beratungsprogramm „Check Out“: Interaktives Beratungsprogramm von Check dein Spiel teilnehmen, bei dem Sie vier Wochen lang professionell bei Ihrem Vorhaben, das Glücksspielen aufzugeben, begleitet werden. Die Teilnahme ist kostenlos und anonym. https://www.check-dein-spiel.de/hilfe/online-beratung/.

    Forum Glücksspielsucht: In dem moderierten Forum des Fachverbands Glückspielsucht können Sie sich mit anderen Betroffenen sowie mit Beraterinnen und Beratern über verschiedenen Themen zum Thema Glücksspielsucht austauschen und Fragen stellen (https://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/ )

    Schuldnerberatung: Glücksspielsüchtige sind oft verschuldet. Auch Angehörige sind davon betroffen. Die Schuldnerberatung erstellt mit Ihnen zusammen einen Plan, wie Sie Ihren Schuldenberg abbauen können. Die Hilfe ist kostenlos. Eine Schuldnerberatungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie unter  www.forum-schuldnerberatung.de.

    Familien- und Erziehungsberatungsstelle: Bei familiären Problemen hilft Ihnen die Familien- und Erziehungsberatungsstelle. Gerade für Angehörige von Glücksspielsüchtigen und für Kinder ist das wichtig. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Eine Liste der Beratungsstellen gibt es unter www.bke.de oder www.dajeb.de (Beratungsführer online).

     

  • 9. Wie geht man mit einem Rückfall um?

    Ein Rückfall sollte nicht als ein Zeichen für persönliches Scheitern betrachten werden. Sie können einen Rückfall hingegen nutzen, um besser zu verstehen, was für Sie persönliche Risikosituationen sind und wie Sie sich noch besser schützen können.

    Betrachten Sie den Rückfall als Warnsignal dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist und wenden Sie sich an eine Vertrauensperson oder an eine Stelle, wo Sie zuvor schon Hilfe bekommen haben. Sollten Sie noch nie Unterstützung beim Ausstieg in Anspruch genommen haben, zögern Sie nicht, sich helfen zu lassen. So können Sie sich z.B. jederzeit an die kostenfreie Beratungshotline der BZgA wenden (0800-1 37 27 00). Weitere Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten finden Sie unter Frage 8.

  • 10. Ich spiele selber Glücksspiele. Wann ist das ein Problem? Wie komme ich davon los?

    Für viele Menschen sind Glücksspiele eine unterhaltsame und aufregende Freizeitaktivität. Das ist grundsätzlich unproblematisch, jedoch kann es besonders bei bestimmten Glücksspielarten schnell zu Problemen kommen (mehr hierzu unter Frage 15). Sollten Sie bisher noch keine Probleme mit dem Spielen haben, beachten Sie einige Grundregeln zum verantwortungsbewussten Spielen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ein problematisches Spielverhalten entwickelt haben, nutzen Sie den Selbsttest . Allgemeine Hinweise zur Bewältigung von Spielproblemen finden Sie hier. Zögern Sie im Zweifel nicht, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Mehr zu Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter Frage 8.

  • 11. Mein Partner/ meine Partnerin / mein Kind spielt Glücksspiele. Was kann ich als Angehöriger tun?

    Wenn Sie als Angehörige/Angehöriger bemerkt haben, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin, Eltern oder Kinder Glückspiele spielen und Sie sich darum sorgen, finden Sie unter Frage 4 weitere Informationen zum Erkennen einer Glücksspielsucht. Lassen Sie sich beraten (mehr hierzu unter Frage 12) und suchen Sie sich auch in Ihrem privaten Umfeld Unterstützung. Leihen Sie Ihrer Angehörigen/Ihrem Angehörigen kein Geld und richten Sie eventuell getrennte Konten ein, um Ihre eigenen Ausgaben sicherstellen zu können. Betrachten Sie die Glücksspielsucht als Krankheit. Glücksspielsüchtige Personen können manchmal dem Spieldruck auch dann kaum widerstehen, wenn sie das Spielen am liebsten sofort aufgeben möchten. Unterstützen Sie die betroffene Person, wenn sie sich professionelle Hilfe (mehr hierzu unter Frage 8) holen möchte. Weitere Hinweise zum Umgang mit Betroffenen finden Sie hier.

  • 12. Wo kann ich als Angehöriger Hilfe finden?

    Als Angehörige einer Person mit Glückspielproblemen können Sie beispielsweise die telefonische Beratung der BZgA (0800-1 37 27 00: Kostenlose und anonyme Beratung sowie Informationen rund um das Thema Glücksspielsucht. Montag – Donnerstag 10 – 22 Uhr, Freitag – Sonntag 10 – 18 Uhr) nutzen oder die E-Mail-Beratung von Check-dein-Spiel. Wenn die finanzielle Situation sehr angespannt ist, können Sie sich auch an eine Schuldnerberatung wenden, oder wenn es häufige oder heftige familiäre Konflikte gibt an eine Familienberatungsstelle. Weitere Informationen zu Unterstützungs- und Behandlungsangeboten finden Sie unter Frage 8.

  • 13. Sollte man einem Spieler / einer Spielerin Geld leihen oder die Schulden bezahlen?

    Glücksspielsüchtige Personen haben starke Probleme, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Statt es z. B. zur Rückzahlung von Schulden zu nutzen, wird Geld fast immer zum weiteren Spielen eingesetzt. Leihen Sie Ihrem Angehörigen deshalb niemals Geld! Zahlen Sie keine Schulden oder Kredite des Betroffenen zurück. Gleichen Sie auch keine überzogenen Konten aus und bezahlen Sie keine offenen Rechnungen. Sie lösen damit nicht die Probleme der/des Betroffenen, sondern ermöglichen eher weiteres Spielen und damit weitere Verluste. Schützen Sie Ihre eigenen Finanzen und lassen Sie sich unterstützen. Weitere Informationen für Angehörige.

  • 14. Welche Glücksspiele werden am häufigsten gespielt?

    Am häufigsten wird in Deutschland Lotto gespielt: Etwas mehr als die Hälfte (55 %) der deutschen Bürger zwischen 16 und 70 Jahren haben dies bereits mindestens einmal im Leben getan. Gut ein Drittel der Bevölkerung hat bereits an sogenannten Sofortlotterien teilgenommen. Dazu gehören unter anderem Rubbel- und Aufreißlose. Ungefähr jede/r Fünfte (20 %) hat in seinem Leben schon mal an einem privat organisierten Glücksspiel teilgenommen, ebenso viele haben bereits an einem Geldspielautomaten gespielt. Etwas weniger (rund 16%) haben schon einmal eine Spielbank bzw. ein Casino besucht und dort zum Beispiel Black Jack, Roulette oder Poker gespielt. An Sportwetten haben ca. 7% der Bürgerinnen und Bürger schon einmal teilgenommen.


    Allerdings nutzen deutlich weniger Personen Glücksspiele auch regelmäßig: Im zurückliegenden Jahr spielten 22,6 % Lotto „6 aus 49“, lediglich 2,6 % spielten an Geldspielautomaten, 1,6 % hatten eine Spielbank oder ein Casino besucht und etwa 1 % hat bei Sportwetten mitgemacht.

     

  • 15. Welche Glücksspiele sind besonders riskant?

    Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Geldautomaten in Spielhallen oder der Gastronomie das höchste Risiko haben, abhängig zu machen. Auch Poker, Sportwetten und das „kleine Spiel“ im Casino haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Das Gefährdungspotenzial von verschiedenen Glücksspielarten hängt von einigen Eigenschaften der Gestaltung des Spiels ab:


    Die Ereignisfrequenz, also die Spielereignisse innerhalb einer bestimmten Zeit. Beim Automatenspiel ist es zum Beispiel möglich, im Sekunden- oder Minutentakt Geld einzusetzen, beim Lotto hingegen lediglich zwei Mal in der Woche. Auch die Möglichkeit mehrere Spiele parallel und für längere Zeit am Stück zu Spielen und eine unbegrenzte Einsatzhöhe erhöhen das Abhängigkeitsrisiko. Das Risiko steigt zudem, je höher die Gewinnwahrscheinlichkeit ist, je größer der Jackpot, je häufiger Fast-Gewinne vorkommen und je schneller der Gewinn ausgezahlt wird. Nicht zuletzt spielt der leichte Zugang, also die Verfügbarkeit, wie bei Online-Glücksspielen, eine wichtige Rolle wie auch die Gestaltung. Auch Ton- und Lichteffekte beim Automatenspiel können das Gefährdungspotenzial erhöhen.

     

  • 16. Was ist der Unterschied zwischen Spielen und Glücksspielen?

    Bei Glücksspielen wird Geld auf den zufallsabhängigen Ausgang eines Ereignisses gewettet. Bei anderen Spielen, wie z.B. bei Gesellschaftsspielen, ist dies nicht der Fall.

  • 17. Ist Poker ein Glücksspiel?

    Poker ist maßgeblich von den ausgegebenen Karten und damit vom Zufall abhängig. Wenn beim Poker um Geldeinsätze gespielt wird, handelt es sich um ein Glücksspiel. Viele Spielerinnen und Spieler überschätzen dabei jedoch den Einfluss Ihrer Spielfertigkeiten auf das Ergebnis. Aus Sicht der Suchtberatung zählen Pokerspiele, insbesondere auch Online-Poker (mehr dazu), zu den Glücksspielen mit einem hohem Abhängigkeitspotenzial. Mehr Informationen dazu, was verschiedene Glücksspiele besonders riskant macht, finden Sie unter Frage 15.

  • 18. Sind Sportwetten ein Glücksspiel?

    Der Ausgang oder das Eintreten bestimmter Ereignisse im Sport beruhen überwiegend auf dem Zufallsprinzip und lassen sich vom Spielenden nicht beeinflussen. Einen Gewinn durch eine Wette auf ein bestimmtes Ergebnis erzielen zu wollen, ist somit ein Glücksspiel. Der Einfluss von sportbezogenem Wissen auf die Gewinnchance wird meistens stark überschätzt. Sportwetten, insbesondere online-Sportwetten und Live-Wetten (mehr dazu), gehören zu den Glücksspielen mit erhöhtem Abhängigkeitsrisiko. Mehr Informationen dazu, was verschiedene Glücksspiele besonders riskant macht, finden Sie unter Frage 15.

  • 19. (Ab wann) ist die Spekulation mit Aktien, Bitcoin etc. vergleichbar mit Glücksspielen?

    Kurzfristige Kurstrends an den Börsen hängen im Gegensatz zur langfristigen Entwicklung weitgehend vom Zufall ab und können somit nicht vorhergesagt werden. Vermeintliche Sachkenntnis über Finanzmarkt und Finanzprodukte wird daher häufig stark überschätzt (Mehr dazu). Vor allem die hohen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten sowie die leichte Verfügbarkeit durch die Möglichkeit des Online-Tradings bedeuten ein erhöhtes Suchtrisiko. Mehr Informationen dazu, was verschiedene Glücksspiele besonders riskant macht, finden Sie unter Frage 15.

  • 20. Wie kann man sich in Spielhallen sperren?

    Für die gewerblichen Spielhallen gelten in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen. In Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es bereits eine zentrale länderbezogene Sperrdatei. Die Betreiber von Spielhallen sind auch in anderen Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) verpflichtet, die Möglichkeit einer Selbstsperre anzubieten. Jedoch ist eine Sperre dann nur für einzelne Spielhallen gültig. Weitere Informationen zu Selbst- und Fremdsperre und Beispielanträge finden Sie hier.

  • 21. Wie kann man sich für die Teilnahme an Online-Glücksspielen sperren?

    Bei staatlichen Glücksspielangeboten und den konzessionierten Angeboten für Online-Glücksspiel und Online-Sportwetten (ausschließlich in Schleswig-Holstein verfügbar) gilt die Spielersperre auch im Internet. Nicht konzessionierte Casino- und Sportwett-Anbieter im Internet sind in der Regel illegal und bieten für Betroffene häufig keine Möglichkeit einer Spielersperre. Nutzerinnen und Nutzer dieser Angebote, können sich über Computerprogramme, die auf dem eigenen PC installiert werden müssen, ausschließlich eigenständig den Zugang zu diesen Webseiten sperren. Weitere Informationen.

  • 22. Wie kann ich mich bei Spielbanken und für die Teilnahme an Lotto sperren?

    Ein Antrag auf diese Form der Spielersperre ist persönlich bei einer Lotto-Annahmestelle, der Rezeption einer Spielbank oder einer Zentrale der Lottogesellschaften zu stellen. Eine Entsperrung kann bei der Selbstsperre nur mit aussagekräftigen Dokumenten, die eine längere Glücksspielabstinenz bezeugen (z.B. durch ein richterliches Gutachten), erwirkt werden. Weitere Informationen zur Selbst- und Fremdsperre und Beispielanträge finden Sie hier.

  • 23. Darf für Glücksspiel Werbung gemacht werden?

    Werbung für Glücksspiel ist in Deutschland nur eingeschränkt erlaubt. Die Bestimmungen werden im „Glückspielstaatsvertrag“ geregelt und hängen vom Gefährdungspotenzial des speziellen Glücksspielangebots ab. Die Werbung darf sich nicht an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Gruppen richten. Sie darf auch nicht irreführend sein, was die Gewinnchancen oder die Höhe des Gewinns betrifft. Werbung für Glücksspiele (außer für Lotterien und Sport- bzw. Pferdewetten) ist im Fernsehen, im Internet, sowie per Telefon verboten, jedoch z.B. im Radio, per Wurfsendungen, auf Plakaten oder im Kino zulässig. Werbung für unerlaubte Glückspiele ist verboten. Wenn Sie denken, dass konkrete Werbemaßnahmen gegen bestehende Richtlinien verstoßen, können Sie sich an den Deutschen Werberat richten, um eine Stellungnahme des betreffenden Unternehmens zu erwirken: https://werberat.de/beschwerde.

  • 24. Welches Glücksspiel ist legal? Welches Glücksspiel ist illegal?

    Glückspiele sind in Deutschland unter staatlicher Aufsicht erlaubt, wenn der Jugend- und Spielerschutz eingehalten wird. Das heißt, Kinder und Jugendliche dürfen nicht spielen und suchtgefährdete Nutzer sollen geschützt werden. Die Veranstalter bzw. Vermittler sind verpflichtet, zum Beispiel ihre Mitarbeiter zu schulen, problematisches Glücksspielverhalten zu erkennen und die betreffenden Kunden anzusprechen. Für einzelne Glücksspielarten gibt es spezielle Bestimmungen, in welchem Rahmen sie angeboten werden dürfen. Beispielswiese gibt es für Geldspielautomaten Sperrzeiten und es ist ein Mindestabstand zwischen Spielhallen vorgeschrieben. Werden alle Regeln eingehalten und wurde eine staatliche Konzession (Genehmigung) vergeben, sind öffentlich veranstaltete Glücksspiele legal.

    Illegal sind unangemeldet veranstaltete Glückspiele Sportwetten und Glücksspiele im Internet sind offiziell nur in Schleswig-Holstein und bei lizensierten Anbietern erlaubt. Online-Glücksspiele von ausländischen Anbietern sind in Deutschland ebenfalls illegal.

  • 25. Warum sind Glücksspiele überhaupt erlaubt?

    In Deutschland ist Glücksspiel unter staatlicher Aufsicht erlaubt, um „den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen“ zu lenken. Das soll Spieler vor betrügerischen Angeboten und damit verbundener Kriminalität schützen und sicherstellen, dass beispielsweise Ergebnisse von Sportereignissen nicht beeinflusst werden.

  • 26. Kann ich Verluste aus illegalem Glücksspiel zurückfordern?

    Nach dem Glücksspielstaatsvertrag ist bereits die Mitwirkung an illegalen Glücksspielangeboten verboten. Entsprechend setzen einige Rechtsanwälte bei den Zahlungsdienstleistern (Banken, Onlinebezahldienste) an, um Einsätze aus illegalem Glücksspiel zurückzufordern.

    Das Einklagen von Verlusten aus illegalem Glücksspiel hilft aber nicht bei der Bewältigung von Glücksspielproblemen. Es ist entsprechend wichtig, dass Sie sicherstellen, dass gegebenenfalls zurückgefordertes Geld nicht wieder verspielt wird, damit die Rückforderung auch wirklich der Stabilisierung Ihrer finanziellen Situation dient. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie ein Problem mit dem Glückspiel haben, finden Sie unter Frage 4 weitere Informationen. Informationen zu Beratungsangeboten für Personen mit einem problematischem Spielverhalten finden Sie unter Frage 8.