Wenn Freizeit sich nicht gut anfühlt
„Was machst du gerne in deiner Freizeit?“. Manchen fällt es schwer, diese Frage zu beantworten. Sie empfinden ihre Freizeit oft als langweilig und eintönig. Dann kommen zum Beispiel Gedanken wie „ich weiß nichts mit mir anzufangen.“ oder „Irgendwas muss mal passieren.“.
Das Handy hilft nur kurz
Viele greifen dann erst mal zum Handy. TikTok, Insta, Snapchat; im Hintergrund eine Serie.
Das lenkt kurz ab, fühlt sich auf Dauer aber oft nicht erfüllend an.
Irgendwann reichen diese kleinen Ausflüchte nicht mehr. Man will mehr - irgendwas was mehr „kickt“.
Warum Glücksspiel dann so verlockend ist
Online-Glücksspiel erscheint dabei für einige besonders reizvoll. Denn es verspricht genau das, was in solchen Momenten fehlt: Spannung und Abwechslung. Die schnellen Reize und die Hoffnung auf den nächsten Gewinn vertreiben das Gefühl der Langeweile.
Zumindest auf den ersten Blick. Das Problem ist: Das hält meist nicht lange an. Danach ist die Langeweile oft wieder da.
Das heißt: Glücksspiel löst das eigentliche Problem nicht – es überdeckt die Langeweile eher nur kurz.
Und genau das kann riskant werden.
- Wer unangenehme Gefühle sofort mit schnellen Reizen überdeckt, setzt sich seltener damit auseinander, was langfristig wirklich guttut.
- Glücksspiel wird schnell zur Gewohnheit. Wer in solchen Momenten spielt, entwickelt schneller Probleme damit.
Woran merkt man, dass es kippt?
Einige Warnzeichen deuten daraufhin:
- In der Freizeit dreht sich vieles nur noch um schnelle Ablenkung
- Nichts mehr macht so richtig Spaß. Normale Aktivitäten wirken „langweilig“
- Sobald man sich langweilt, greift man zum Handy
Was kann helfen?
- Sich selbst beobachten.
Hilfreich sind Fragen wie:- Was tut mit wirklich gut? Nach welchen Aktivitäten fühle ich mich auch danach besser? Und was betäubt mich nur kurz?
- In welchen Momenten greife ich zum Handy, weil ich ein Gefühl nicht fühlen will?
- Das Gefühl erst einmal kennenlernen.
Es kann auch helfen, nicht sofort vor Langeweile davonzulaufen. Sondern erst einmal kurz in sich hinein zu spüren. Oft wird ein Gefühl dadurch schon weniger bedrohlich, wenn man es besser erkennt. - Wieder mehr echte Reize in den Alltag holen
Dafür ist es hilfreich, sich zu überlegen, was einem früher Spaß gemacht hat.
Vielen hilft Bewegung, Treffen mit Freunden, Musik oder irgendwas mit den Händen zu machen. - Nicht zu schnell aufgeben
Wenn sich das Gehirn an schnelle Reize gewöhnt hat, fühlen sich andere Aktivitäten oft erstmal flach oder langweilig an. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Das Gehirn muss sich an langsamere, echte Reize oft erst wieder gewöhnen.