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Spielsucht in der Familie: Auswirkungen auf Kinder und was helfen kann

Glücksspielsucht betrifft nicht nur die spielende Person. Auch Kinder erleben die Folgen oft hautnah – häufig im Stillen. Was die Erfahrungen mit ihnen machen kann und was ihnen in der Situation helfen kann.

Kleines Kind sitzt am Tisch und malt, während ein Elternteil im Hintergrund auf das Handy schaut

Bild: Johner Images / gettyimages

Ist ein Elternteil von Glücksspielsucht betroffen, verändert sich der Alltag zu Hause oft spürbar. Die Stimmung wird oft angespannter und es kommt zu mehr Streit. Kinder bekommen das oft mit, auch wenn sie ihre Gefühle nicht immer zeigen.

Was Kinder dabei häufig erleben:

Existenzängste im Alltag

Viele Kinder leben mit der Sorge, dass sich ihr Leben grundlegend verändern könnte. Sie erleben, dass Geld mal da ist und dann wieder fehlt. Was gestern noch sicher schien, kann heute fehlen. Diese Unberechenbarkeit kann sie stark belasten.

Wenn Aufmerksamkeit fehlt

Oft ist das betroffene Elternteil zwar körperlich anwesend, gedanklich aber beim Glücksspiel. Kinder fühlen sich dadurch weniger gesehen und wahrgenommen. Bei Kindern entstehen dann Fragen wie: „Bin ich nicht wichtig genug?“.

Reaktionen fallen zudem häufiger gereizt oder unruhig aus. Kinder lernen dann schnell, vorsichtig zu sein – also bloß nichts Falsches zu sagen oder zu tun.

Solche Erfahrungen können dazu führen, dass sie stärker daran zweifeln, gut so zu sein, wie sie sind.

Gebrochene Versprechen erschüttern Vertrauen

Wenn Eltern ihren Kindern versprechen, mit dem Spielen aufzuhören, fangen diese immer wieder neu an zu hoffen, dass sich die Situation bald bessert. Werden diese Versprechen jedoch immer wieder gebrochen, leidet das Vertrauen. Ein inneres Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit kann sich so kaum entwickeln.

Kinder werden zu kleinen Erwachsenen

In vielen Fällen übernehmen Kinder früh Verantwortung, die sie eigentlich noch überfordert. Sie schlüpfen dann plötzlich in eine Erwachsenen-Rolle.

Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass sie:

  • sich um jüngere Geschwister kümmern
  • das andere Elternteil trösten und dessen Sorgen auffangen
  • versuchen, Streit zwischen den Eltern zu schlichten.

Oft geschieht das in der Hoffnung, die Situation zu beruhigen oder zu stabilisieren. Für Kinder bedeutet das aber eine enorme Belastung.

Alles geheim halten – eine zusätzliche Last

Viele Kinder ziehen sich zurück oder vermeiden mit anderen ehrlich zu sprechen. Sie wollen nicht auffallen oder erklären müssen, was zu Hause passiert. Das Gefühl, alles geheim halten zu müssen, kann zusätzlich Druck erzeugen.

So belastend diese Erfahrungen sein können, gibt es auch Dinge, die Kindern in dieser Situation helfen können.

Was Kindern hilft

  • Verlässliche Bezugspersonen: Eine stabile Beziehung kann viel auffangen. Das kann auch jemand außerhalb der Kernfamilie sein – etwa Großeltern, Lehrkräfte oder Trainer:innen. Menschen, die zuhören, ernst nehmen und Sicherheit geben, können zu wichtigen Ankerpunkten werden.
  • Offene Gespräche: Ehrliche altersgerechte Gespräche über Gefühle innerhalb der Familie können entlasten und Orientierung geben.
  • Die Krankheit verstehen: Wenn Kinder begreifen, was Glücksspielsucht ist, können sie ihre Erfahrungen auch besser einordnen. Je nach Alter können auch Kinderbücher speziell zu dem Thema dabei helfen.
  • Wenn sich das betroffene Elternteil Hilfe sucht: Für Kinder kann es sehr entlastend sein zu erleben, dass das Elternteil Unterstützung sucht, zum Beispiel in Form von Beratung oder Therapie. So kann das Elternteil auch eine Vorbildfunktion einnehmen: nämlich zu zeigen, dass es gut ist, sich Hilfe zu holen und Probleme nicht alleine bewältigen zu müssen. Das kann auch Kinder ermutigen, über ihre eigenen Sorgen zu sprechen oder sich anderen anzuvertrauen.
  • Spezielle Hilfsangebote für Kinder: Für Kinder aus suchtbelasteten Familien gibt es verschiedene Unterstützungsangebote – online und vor Ort. Informationen finden sich unter:

 

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Hinweis: Für Fachkräfte aus Kita, Grundschule und ähnlichen Bereichen gibt es zudem ein kostenfreies webbasiertes Training: https://pzvs.berlin/produkt/veranstaltung-kinder-unterstuetzen-wbt/

Quelle:

  1. Meyer, G., & Bachmann, M. (2017). Spielsucht: Ursachen, Therapie und Prävention von glücksspielbezogenem Suchtverhalten. Springer-Verlag. doi.org/10.1007/978-3-662-54839-4
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