Das Wichtigste in Kürze
- Day-Trading kann psychologisch dem Glücksspiel ähneln.
- Problematisch wird es, wenn nicht mehr die Geldanlage, sondern der Kick im Vordergrund steht.
- Warnzeichen sind zum Beispiel ständiges Kurse-Checken, immer höhere Risiken und der Drang, Verluste zurückholen zu wollen.
- Menschen mit Glücksspielproblemen sollten beim Thema Day-Trading besonders vorsichtig sein.
Warum Day-Trading psychologisch oft nah am Glücksspiel ist
Day-Trading wirkt auf den ersten Blick vielleicht wie eine spannende Art, Geld anzulegen. Man schaut auf Kurse, verfolgt Nachrichten und versucht, den richtigen Moment zu erwischen. Doch gerade beim Day-Trading ist das Wissen gar nicht so entscheidend, wie viele denken.
Denn ob ein Kurs in den nächsten Minuten oder Stunden steigt oder fällt, hängt von sehr vielen Dingen gleichzeitig ab. So vielen, dass man es kaum sicher vorhersagen kann.
Ob ein Trade aufgeht oder nicht, bleibt deshalb oft ungewiss. Genau diese Unsicherheit macht aber oft den Reiz aus. Ähnlich wie beim Glücksspiel weiß man hier also nie sicher, was als Nächstes passiert.
Gerade deshalb kann Day-Trading im Gehirn etwas sehr Ähnliches auslösen wie Glücksspiel. Und genau das kann problematisch werden.
Trading-Sucht erkennen
Einige Warnzeichen können darauf hindeuten, dass Day-Trading problematisch wird:
- Man checkt ständig Kurse und Positionen
- Man denkt dauernd ans Traden
- Man geht immer höhere Risiken ein
- Man handelt immer häufiger und mit immer mehr Geld
- Man tradet vor allem nach starken Kursbewegungen
- Man glaubt den Markt besser einschätzen zu können als andere
- Man versucht Verluste schnell wieder auszugleichen
Wann Day-Trading problematisch wird
Nicht jeder, der day-tradet, hat automatisch ein Problem damit. Kritisch wird es dann, wenn Traden nicht mehr in erster Linie der Geldanlage dient, sondern zum Kick wird, und wenn man merkt, dass man nicht mehr gut stoppen kann.
Um das besser einschätzen zu können, helfen Fragen wie:
- Bin ich gerade so ruhig, dass ich das Handy für 10 min weglegen könnte?
- Kann ich mit dem aktuellen Minus im Kopf gut schlafen und entspannt bleiben?
- Will ich den aktuellen Trade nur machen, um das verlorene Geld von eben direkt wieder auszugleichen?
Problematisch wird Trading oft dann, wenn es innerlich eine Aufgabe übernimmt. Also zum Beispiel beruhigen, ablenken oder mal wieder für einen Kick zu sorgen.
Hilfe bei problematischem Trading
Wer unsicher ist, wie das eigene Trading einzuordnen ist, kann einen Selbsttest machen.
Wer mit professionellen Berater:innen sprechen möchte, kann sich an das Beratungsteam von Check dein Spiel wenden. Das geht zum Beispiel über das Beratungsprogramm „Check Out“ oder über die E-Mail-Beratung. Auch eine Beratung per Telefon ist möglich.
Je früher man sich Hilfe sucht, desto leichter ist es gegenzusteuern.