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Glücksspielrecht und gesetzliche Hintergründe

Gesetzbuch mit Paragraphensymbol

Das Veranstalten von Glücksspielen ist nach §§284-286 Strafgesetzbuch (StGB) verboten und nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt.


Glücksspiel in Deutschland

Grundlegende Normen des deutschen Glücksspielrechts

§ 284 StGB
Unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels

(1) Wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder hält oder die Einrichtungen hierzu bereitstellt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Als öffentlich veranstaltet gelten auch Glücksspiele in Vereinen oder geschlossenen Gesellschaften, in denen Glücksspiele gewohnheitsmäßig veranstaltet werden.

(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1

  1. gewerbsmäßig oder
  2. als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(4) Wer für ein öffentliches Glücksspiel (Absätze 1 und 2) wirbt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 285 StGB
Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel

Wer sich an einem öffentlichen Glücksspiel (§ 284) beteiligt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.

§ 286 StGB
Vermögensstrafe, Erweiterter Verfall und Einziehung

(1) In den Fällen des § 284 Abs.3 Nr.2 sind die §§ 43a, 73d anzuwenden. § 73d ist auch in den Fällen des § 284 Abs.3 Nr.1 anzuwenden.

(2) In den Fällen der §§ 284 und 285 werden die Spieleinrichtungen und das auf dem Spieltisch oder in der Bank vorgefundene Geld eingezogen, wenn sie dem Täter oder Teilnehmer zur Zeit der Entscheidung gehören. Andernfalls können die Gegenstände eingezogen werden; § 74a ist anzuwenden.


Jugendschutz

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Teilnahme an Glücksspielen untersagt.

§ 6 Jugendschutzgesetz

Spielhallen, Glücksspiele

(1) Die Anwesenheit in öffentlichen Spielhallen oder ähnlichen vorwiegend dem Spielbetrieb dienenden Räumen darf Kindern und Jugendlichen nicht gestattet werden.

(2) Die Teilnahme an Spielen mit Gewinnmöglichkeit in der Öffentlichkeit darf Kindern und Jugendlichen nur auf Volksfesten, Schützenfesten, Jahrmärkten, Spezialmärkten oder ähnlichen Veranstaltungen und nur unter der Voraussetzung gestattet werden, dass der Gewinn in Waren von geringem Wert besteht.


Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland

Am 01.07.2012 wurde der von 2008 bis 2012 gültige Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) durch den 1. Glücksspieländerungsstaatsvertrag (1. GlüÄndStV) abgelöst, der zukünftig die rechtliche Grundlage für das Glücksspielangebot in Deutschland ist.

Gleichrangige Ziele des Glücksspieländerungsstaatsvertrages sind:

  1. das Entstehen von Glücksspielsucht und Wettsucht zu verhindern und die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung zu schaffen,
  2. durch ein begrenztes, eine geeignete Alternative zum nicht erlaubten Glücksspiel darstellendes Glücksspielangebot den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen zu lenken sowie der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten entgegenzuwirken,
  3. den Jugend- und den Spielerschutz zu gewährleisten,
  4. sicherzustellen, dass Glücksspiele ordnungsgemäß durchgeführt, die Spieler vor betrügerischen Machenschaften geschützt, die mit Glücksspielen verbundene Folge- und Begleitkriminalität abgewehrt werden und
  5. Gefahren für die Integrität des sportlichen Wettbewerbs beim Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten vorzubeugen.

Weitere Informationen zu juristischen Grundlagen des Glücksspiels finden Sie unter:

Verantwortungsvoll spielen
Bewältigung von Spielproblemen